Meister Ponzelar

Seidenweberdenkmal

Im Volksmund „Meister Ponzelar“ genannt, steht heute am Ende des grünen Südwalls, Ecke Ostwall, sodass der lebensgroße Weber zentral inmitten der Stadt seinen Platz findet.
Diese Figur war bereits schon 1911 erschaffen worden, nur leider musste sie im Laufe des Krieges eingeschmolzen werden.
Glücklicher Weise war die originale Gussform erhalten geblieben, sodass Meister Ponzelar erneut gegossen werden konnte.

Krefeld entwickelte sich 18. und 19. Jahrhundert zu einer Produktion von Seidenstoffen, weshalb sie den Beinamen Samt- und Seidestadt erhielt.
So erinnert das bronzene Seidenweberdenkmal an die textile Historie und soll die Arbeit der Weber unvergessen machen.

In Krefeld woben viele Weber ihre Tücher in Hauswebereien, in denen die Webstühle am hellen Fenster standen.

Zu sehen ist auf dem Sockel des Denkmals ein Bild das eines der typischen Krefelder Weberhäuser darstellt.
In diesen Weberhäusern entstanden Halstücher oder edle Seidenstrümpfe, die ins Ausland bis nach Amerika von der niederrheinischen Stadt aus exportiert wurden.

An diese Zeit, in der Krefeld als wohlhabende Stadt angesehen wurde, aufgrund das der Großteil der Bevölkerung in solch einer Textilfabrik tätig war, soll das Seidenweberdenkmal erinnern, im Sinne der fleißigen Arbeiter.

Das Weberdenkmal zeigt den volkstümlichen Handwerker am Liefertag seiner Ware, gewissermaßen im Festtagskleid. Der Bildhauer Johann Stiegemann wählte als Vorbild das bis vor hundert Jahren in den Straßen von Krefeld bekannte typische Bild des Weberbaas im Laakesserock (Gehrock aus schwarzem Tuch), mit der tu-e Wäs (der hochgeschlossenen Weste), dem Halsklien mit dem si-e Halsdock (dem schmalen Umlegekragen mit seidenem Halstuch) und der Jraduutkapp (einer schwarzen Mütze mit weit vorstehendem flachen Schirm). Mit dem Kettbuuem (Kettbaum, der hinteren schweren Rolle am Webstuhl) auf der Schulter und dem Bobinensack (Garnrollensack) in der Linken, geht er am Wochenende zum Kantur (Kontor, Geschäftszimmer). Seine Erscheinung zeugt offenbar mehr von körperlicher und geistiger Beweglichkeit, als robuster Kraft. Seine Beschäftigung zwang zu schneller Auffassung und Hand und Fuß zu rhythmischer Bewegung. Dabei ließ ihn die Arbeit auf seiner Sitzbank doch noch Zeit zum Nachdenken und Sinnieren. Seit Einführung des mechanischen Webstuhls in den Fabriken ist der Handweber aus dem Straßenleben verschwunden, aber die Erinnerung an ihn wird durch sein lebenswahres Standbild bewahrt.

Die Skulptur des Seidenwebers trägt den Namen – Meister Ponzelar – und erinnert an die Hausweber. Der Entwurf stammt von Johann Stiegemann und dem Bildhauer Schmiemann und wurde 1911 von dem Krefelder Verschönerungsverein am Südwall aufgestellt. Nachdem die Skulptur 1940 eingeschmolzen worden war, konnte in der erhaltenen Gussform 1945 ein neuer Abguss erstellt werden, der seit 1947 an seinem jetzigen Platz am Ostwall/Ecke Südwall steht.

Das Relief im Sockel zeigt eine typische Weberstube. Die Seide wurde in Heimarbeit gewebt und mit dem Lieferbaum über der Schulter zum Kontor gebracht. Die Weber kamen zu Fuß aus dem gesamten Umland bis zur holländischen Grenze.

Eine schöne Beschreibung des Meister Ponzelar, des Sinnbilds des Krefelder Seidenwebermeisters, geben Vlodrop und Textor (1): „Das Weberdenkmal zeigt den volkstümlichen Handwerker am Liefertag seiner Ware, gewissermaßen im Festtagskleid. Der Bildhauer Johann Stiegemann wählte als Vorbild das bis vor hundert Jahren in den Straßen von Krefeld bekannte typische Bild des Weberbaas im Laakesserock (Gehrock aus schwarzem Tuch), mit der tue Wäs (der hochgeschlossenen Weste), dem Halsklien mit dem si-e Halsdock (dem schmalen Umlegekragen mit seidenem Halstuch) und der Jraduutkapp (einer schwarzen Mütze mit weit vorstehendem flachen Schirm). Mit dem Kettbuuem (Kettbaum, der hinteren schweren Rolle am Webstuhl) auf der Schulter und dem Bobinensack (Garnrollensack) in der Linken, geht er am Wochenende zum Kantur (Kontor, Geschäftszimmer). Seine Erscheinung zeugt offenbar mehr von körperlicher und geistiger Beweglichkeit, als robuster Kraft. Seine Beschäftigung zwang zu schneller Auffassung und Hand und Fuß zu rhythmischer Bewegung. Dabei ließ ihn die Arbeit auf seiner Sitzbank doch noch Zeit zum Nachdenken und Sinnieren. Seit Einführung des mechanischen Webstuhls in den Fabriken ist der Handweber aus dem Straßenleben verschwunden, aber die Erinnerung an ihn wird durch sein lebenswahres Standbild bewahrt.“

Das lebensgroße Bronzestandbild wurde 1911 vom Krefelder Verschönerungsverein gestiftet und an der Einmündung der Lindenstraße in die Hochstraße errichtet. 1940 eingeschmolzen und 1945 in der erhaltenen Gußform neu gegossen, steht es seit 1947 auf dem Südwall Ecke Ostwall. Als Bildhauer ist wohl kaum der sonst nicht nachweisbare Johann Stiegemann anzusehen, sondern meines Erachtens eher der in Münster tätige August Schmiemann, der unter anderem 1869 den „Kiepenkerl“ in Münster und 1908 den „Kuhhirten“ in Bochum schuf. Die künstlerische Qualität der Krefelder Figur verrät den akademisch geschulten Bildhauer. Bemerkenswert sind die feinen, fast porträthaften Gesichtszüge, der Kontrapost im Moment des Schreitens und die differenzierte stoffliche Ausarbeitung. Die Kleidung entspricht der Mode der Entstehungszeit. Es ist jene Zeit, über die der Mundartdichter Heinrich Ölhausen (2) den Meister Ponzelar später sagen läßt:

So stonn ech he.i, on kiek on kiek dä Südwall op on ni.er,
Die Wä.ewere.i ut alde Tiet, die kömmt so jau ne.it wi.er.

(1) van Vlodrop, Heinrich Joseph, und Klaus Textor: „Der Krefelder Seidenweber“, in: Westdeutsche Gesellschaft für Familienkunde. Krefelder Informationen 20 (2006), s.p. (2) Buschbell, Gottfried: Geschichte der Stadt Krefeld, Bd. 2, Krefeld 1954, S. 423